Von der Leyen: Handwerkerpflichtversicherung soll fallen!

Sie wollten in die Handwerksrolle, ohne Meisterbrief versteht sich. Konsequenz: neben den Beiträgen an die Handwerkskammer zahlen Sie nun plötzlich jeden Monat zusätzlich auch 400-500€ Pflichtbeitrag an die Rentenkasse. Das soll sich nun ändern: die Handwerkerpflichtversicherung soll abgeschafft werden. Kommt damit auch mehr Gerechtigkeit?

Das sieht das derzeitige Rentenpaket der Bundessozialministerin Ursula von der Leyen vor. Damit würde ein wichtiges Ziel des IFHandwerk e.V. erfüllt werden. Denn die freie Handwerksausübung ist nicht vereinbar mit der Handwerkerpflichtversicherung. Hierunter leiden vor allem die, die nach der Handwerksordnung eintragungspflichtig sind und keine GmbH führen. Ihnen wird die freie Wahl ihres Rentenversicherungsanbieters verweigert wird.

Eine Ungleichbehandlung wird abgeschafft werden, wenn das Rentenpaket durchkommt. Allerdings hat das Ding einen „Pferdefuß“:

Denn zugleich bringt die geplante grundsätzliche Wahlfreiheit wohl auch den Nachweis einer ausreichenden Absicherung für alle Selbstständigen (bis zum 50. Lebensjahr) mit sich. Das bringt Bürokratie und nach einer Schonfrist höhere Kosten für viele Selbstständige mit sich. Gründen wird somit auf den 1. Blick teurer. Ob sich damit die Altersarmut als gesellschaftliches Problem beseitigen lässt? Ob die Ungleichbehandlung von angestellten Geringverdienern, deren Rente bis 850€ bezuschusst werden soll, und selbstständigen Geringverdienern (vermutlich ohne Zuschuss) vermieden wird? Wir leben noch immer in einer Arbeitnehmergesellschaft. Selbstständige gelten tendentiell immer als reich. Wir werden sehen. Zur Zeit wird debattiert, dann wird irgendeine Entscheidung getroffen. Eines ist aber jetzt schon klar: Das ist eine epochemachende Entscheidung. Wir wissen nur noch nicht, wer sich mehr darüber freuen wird. Handwerker ohne Meisterbrief oder eingetragene Handwerksmeister.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.