Solo-Selbstständige unter Generalverdacht: Wie Selbstständige sich wehren können

Als Selbstständiger ohne Arbeitnehmer stehen Sie unter einem Generalverdacht. Der Rentenversicherer fragt sich, ob Sie nicht in Wirklichkeit nur zum Schein selbstständig sind. Das Thema ist zwar nicht neu, aber es bekommt eine neue Schärfe dadurch, dass Zahlen bekannt geworden sind, die den Verdacht nahelegen, dass die Prüfer es zunehmend darauf anlegen, Sie auf Beitragspflicht zu prüfen. Der Verband der Selbstständigen VGSD hat Zahlen veröffentlicht, nach denen die Ablehnungsquote bei der Statusprüfung für Solo-Selbstständige stark angestiegen ist: Von 19% auf 46% im Jahr 2013. Nicht die Änderung von Paragrafen schafft eine neue Situation, sondern ihre Handhabung.  „Die Zahlen werden ungern bekannt gegeben“, meinte VGSD-Vorstand Andreas Lutz im Gespräch mit dem IFHandwerk e.V. „Aber sie deuten darauf hin, dass Selbstständigen das Leben immer schwerer gemacht wird“. „Die Verwaltungspraxis zeigt, dass Sie als Selbstständige nur noch eine 50%-Chance haben“, meint IFHandwerk-Geschäftsführer Michael Wörle. Aus diesem Grunde hat der VGSD eine Kampagne initiiert, die Sie mit unterstützen können: http://www.vgsd.de/

Einzelkämpfer, Solo-Selbstständige haben eine zu schwache Lobby. Aus diesem Grunde haben der VGSD und der IFHandwerk eine Kooperation beschlossen. „Nur wenn wir unsere Anstrengungen bündeln, können wir der Stimme der kleinen Selbstständigen mehr Gehör verschaffen“, sagte IFHandwerk-Geschäftsführer Michael Wörle. Deutschland hat ein Problem mit seinen Selbstständigen. Es sind meist Beamte und Angestellte, die solche Regelungen beschließen und umsetzen. Die verstehen nicht, womit Selbstständige Tag für Tag kämpfen müssen. Für IFHandwerk-Mitglieder sind die neuen Serviceleistungen des VGSD kostenlos.

„Schluss mit der Hexenjagd“ hat der VGSD seine Kampagne betitelt. Fast jeden Selbstständigen kann es treffen: Auch wer fair bezahlt wird und gut fürs Alter vorsorgt, dem unterstellt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) mittlerweile „Scheinselbstständigkeit“. Bei größeren Aufträgen drohen Strafen im fünf- und sechsstelligen Bereich und strafrechtliche Verfolgung, obwohl selbst erfahrene Anwälte vorab keine Rechtssicherheit herstellen können. Insbesondere große Unternehmen stoppen nun die Beauftragung von Solo-Selbstständigen und Freiberuflern. Per Gesetz soll die rigide Verwaltungspraxis festgeschrieben und weiter verschärft werden.

Das möchten beide Verbände gemeinsam ändern. Deshalb sind alle Selbstständigen aufgefordert, die Kampagne mit zu unterstützen. Sie können namentlich oder anonym unterschreiben, das steht Ihnen frei. Die meisten der bisher 9000 Unterstützer bekennen sich zu ihrer Meinung. Aber natürlich kann auch Ihr Prüfer lesen, wozu Sie sich bekennen. Entscheiden Sie und machen Sie mit: Hier gehts zur Kampagne Scheinselbststaendigkeit.

Sie finden weitere Informationen zu folgenden Fragen

  • Bin ich auch betroffen? Oder hat das alles nichts mit mir zu tun?
  • Welche Konsequenzen drohen mir schlimmstenfalls?
  • Wie kann ich mich schützen? Wasserdichter Vertrag? GmbH-Gründung?
  • Sollte ich ein Statusfeststellungsverfahren machen?
  • Was ist die Gesetzeslage? Welche Änderungen sind geplant?
  • Was sind Eure Forderungen?
  • Ist es nicht gut, wenn etwas gegen Scheinselbstständigkeit getan wird?
  • Würde eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige das Problem lösen?
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