Stehen Handwerkskammern kurz vor der Pleite? IFHandwerk e.V. fordert Offenlegung der Finanzen

Sind die Handwerkskammern überschuldet? Nach einer Veröffentlichung des „Handwerksberaters“ steht es nicht gut um die Finanzen der Kammern. Transparenz über Soll und Haben der öffentlich-rechtlichen Einrichtungen scheint nicht gewollt zu sein. Die Risiken werden verschwiegen. Die Frage nach den Finanzen der Kammern ist vor allem vor dem Hintergrund brisant, dass die schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland zu deutlichen Einbrüchen in den Mitgliedsbeiträgen führt. Aber die Schieflage ist nicht konjunkturell bedingt, sondern schlicht und einfach hausgemacht. Der Interessenverband Freier Handwerker (IFHandwerk) fordert die Kammern deshalb auf, Transparenz über die finanzielle Lage zu schaffen.

„Bislang weiß kaum ein Mitglied, ob die finanzielle Zukunft seiner Handwerkskammer gesichert ist“, so Michael Wörle, Geschäftsführer des IFHandwerk e.V. „Wir fordern deshalb die Kammern auf, die Öffentlichkeit über Soll und Haben zu informieren“. Strukturell plagen die Handwerkskammern nach Insiderinformationen noch schlimmere Probleme als die IHKn: Denn über Jahrzehnte sind enorme Pensionsverpflichtungen für die Wirtschaftsorganisationen entstanden, die das Vermögen der Kammern weit übersteigen. So muss der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für Pensionszahlungen in Höhe von 60 Millionen Euro einstehen, berichtete das TV-Magazin „Kontraste“. Nur 14,3 Millionen seien jedoch bislang finanziert, wie die TV-Sendung informiert. Das allein ist schon schlimm genug. Aber wer zahlt die Zeche? Im schlimmsten Fall – bei einer Insolvenz – haften die Steuerzahler für eine Pleite der öffentlich-rechtlichen Kammern.

„In der Finanzkrise kommt verschärfend hinzu, dass die Kammern aufgrund von Insolvenzen und fallender Umsätze ihrer Mitgliedsunternehmen mit deutlich weniger Beiträgen rechnen müssen“, so Michael Wörle. „Höchste Zeit für eine Aufklärung der Öffentlichkeit“.

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