IFHandwerk begrüßt Clements Vorstoß, meisterpflichtige Berufe in die Anlage B Handwerksordnung auszulagern

Wie das Magazin SPIEGEL berichtet, will Wirtschaftsminister Wolfgang Clement den Zwang zum Meisterbrief in vielen Berufen streichen. Etwa die Hälfte der bislang durch den Meisterzwang bewehrten Handwerksberufe soll durch Verschiebung in die Anlage B HWO „befreit“ werden. Davon verspricht sich der Bundeswirtschaftsminister zahlreiche neue Arbeitsplätze.

Der IFHandwerk begrüßt den Vorstoß. Verbandsgeschäftsführer Michael Wörle meinte: „Nun liegt nach der Regierungserklärung von Bundeskanzler Schröder erstmals ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch!“ Wissenschaftler von der Monopolkommission erwarten mittelfristig 1 Million neue Arbeitsplätze, wenn die Verkrustungen im Handwerk reduziert werden.

Wie der IFHandwerk die Initiative bewertet

Damit ist ein großer Liberalisierungsschritt möglich. Allerdings braucht Clement dazu auch die Zustimmung des Bundesrates, in dem die Union das Sagen hat. Das letzte Wort ist hierzu somit noch nicht gesprochen.

Selbst wenn die Initiative des Bundeswirtschaftsministers Erfolg hat, so bleiben dennoch zahlreiche Abgrenzungsprobleme wie in der Vergangenheit. Auch den verfassungswidrigen Hausdurchsuchungen bei Handwerkern ohne Meisterbrief wird damit kein Einhalt gebeten. Ein weiterer Wehmutstropfen ist, dass die „befreiten“ Handwerker weiterhin Zwangsmitglieder der jeweiligen Handwerkskammer bleiben werden. Verbandsgeschäftsführer Michael Wörle: „Die Handwerkskammern haben sich in der Vergangenheit immer einseitig zu Gunsten Ihrer Anlage A-Mitglieder eingesetzt. Eine gute Betreuung ist von ihnen nicht zu erwarten. Außerdem sind die Handwerkskammerbeiträge höher als die der meisten Industrie- und Handelskammern.“

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