IFHandwerk e.V.

NDR-Aktuell-Sendung zum Meisterzwang

Michael Wörle und Helge Hüngsberg nahmen für den IFHandwerk an einer Diskussionssendung zum Meisterzwang teil. Die Vertreterin der CDU-Mittelstandsvereinigung und Schneidermeisterin Frau Ahrons verteidigte den Meisterzwang als Gütesiegel, auf den keinesfalls verzichtet werden könnte.

Michael Wörle vertrat die Auffassung, dass Verbraucher und Gewerbetreibende gleichermaßen von einer Absenkung des Meisterzwangs profitieren können. Der Vorstoß der Bundesregierung sei zwar historisch gesehen ein großer Schritt, aber sachlich nicht, da zwei Drittel aller Meisterbetriebe weiterhin unter dem Wettbewerbsschutz des großen Befähigungsnachweises stehen würden. Zwar sollen zwei Drittel aller handwerklichen Berufe liberalisiert werden, diese stellen jedoch nach der Anzahl der Betriebe eine Minderheit im Handwerk da.

Für die SPD-Bundestagsfraktion vertrat MdB Lange die Auffassung, die Verbraucher sollten in Zukunft die Wahl zwischen Meisterbetrieben und Nicht-Meisterbetrieben haben. Nur in den Gefahrenhandwerken solle der Meisterzwang bestehen bleiben.

Wenn Sie die Sendung verpasst haben, finden Sie weitere Informationen und zahlreiche Beispiele auf der Homepage des Norddeutschen Rundfunks

http://www.ndr.de/tv/ndraktuell

Eckwerte zur verschärften Verfolgung von Schwarzarbeitern bekannt geworden

Der Gesetzentwurf zur Verschärfung der Schwarzarbeitsbekämpfung liegt zwar noch nicht vor. Allerdings hat das Bundesfinanzministerium inzwischen die zentralen Eckwerte der geplanten Verschärfungen vorgestellt. Mehr dazu Seite 2 im Handwerksberater, dem Newsletter des IFHandwerk e.V., der soeben erschienen ist. Eine Übersicht über die Themen finden Sie in dieser Ausgabe.

Reisegewerbe ist keine unerlaubte Handwerksausübung

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat zu Gunsten eines Reisegewerbetreibenden eine sehr erfreuliche Entscheidung gesprochen! Der Kampf von Handwerkern ohne Meisterbrief geht also weiter. Und er lohnt sich. Entscheidend für reisegewerbetreibende Handwerker ist nach dieser klarstellenden Entscheidung nur die Auftragsannahme, die bei Reisegewerbetreibenden anders verläuft als bei normalen Meisterbetrieben. Reisegewerbetreibende werden ohne vorherige Bestellung und außerhalb ihrer Niederlassung tätig.

Ungenügen: Stiftung Warentest testet Handwerkskammerberater

Die Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung hat die Qualität der öffentlichen Beratungsstellen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist erschütternd: Fast alle Beratungen hatten große Lücken.

Die getesteten Handwerkskammer-Berater haben die Qualifikation der Gründungswilligen nicht weiter hinterfragt, wenn diese nur den Meistertitel vorweisen konnten; auch wenn die Prüfung 10 Jahre zurücklag. Von den 7 getesteten Handwerkskammern schnitt keine gut ab in der Beratung. Die Handwerkskammer Magdeburg schoss sogar den Vogel ab. Ihre Beratung war nicht nur schlecht, sondern auch noch demotivierend.

Nicht viel besser kamen allerdings auch die Industrie- und Handelskammern unter den Augen der Prüfer weg. Von 4 Beratungen war nur eine besser als ausreichend. Ziemlich unbefriedigend bei so viel öffentlichen Fördermitteln. Oder?

Mehr Infos: Stiftung Warentest, Finanztest Extra Existenzgründung, 3,50€, Bezug im Zeitschriftenladen oder unter www.finanztest.de.

Kreis Plön verführt Handwerker ohne Meisterbrief vorab zum Rechtsmittelverzicht

Eines unserer Mitglieder wurde von der Verfolgungsbehörde dazu gedrängt, auf seine Rechtsmittel zu verzichten. Seit zwei Jahrzehnten ist er nach einer Beratung der Handwerkskammer Lübeck nun als Ölfeuerungsmonteur selbstständig. Am 11.6 2003 hatte er eine vom Amtsgericht Plön angeordnete Hausdurchsuchung, die zu dem Bußgeldbescheid des Kreis Ostholsteins vom 20.6.2003 führte. Seine dagegen eingelegte Rechtsbeschwerde beim Amtsgericht Eutin wurde am 26.9.2003 zurückgewiesen, die Entscheidung ist nicht anfechtbar. Begründung dieser Entscheidung ist der von der Verwaltungsbehörde herbeigeführte Rechtsmittelverzicht. Seine dagegen einzulegende Verfassungsbeschwerde unterstützt der IFHandwerk ausdrücklich, da in dem gesamten Vorgang aus unserer Sicht diverse Merkwürdigkeiten nicht aufgeklärt wurden.