Immer Ärger mit der SokaBau

Viele Bauunternehmer kennen das Problem nicht: Sie wissen nicht, dass sie ca. 20% der Löhne an die Sozialkassen des Baugewerbes (SokaBau) abführen müssen. Das kann ihre Kalkulation tüchtig durcheinander wirbeln. Fordert die Sozialkasse dann Jahre später die Beiträge nach, ist das häufig der Ruin des Unternehmens. Es ist schon makaber, dass dann ausgerechnet eine Sozialkasse Arbeitsplätze vernichtet, obwohl sie eigentlich für die Beschäftigten da sein soll.

Jährlich gibt es nach Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) rund 50.000 Gerichtsverfahren mit der SokaBau. Der MDR schildert anschaulich zwei dieser Fälle, die vor Gericht anhängig sind. Durch die Nachforderungen der Sozialkasse stehen mehr als 70 Arbeitsplätze und die Existenz der Unternehmer auf dem Spiel.

Der IFHandwerk e.V. fordert, dass der Gesetzgeber dem nachträglichen Abkassieren einen Riegel vorschiebt. IFHandwerk-Geschäftsführer Michael Wörle: „Es ist ein Unding, dass Sozialkassen Jobs vernichten. Hier benötigen Unternehmer endlich Klarheit bei juristisch unklaren Grenzziehungen. Und es muss endlich Schluss sein mit Beitragsnachforderungen, die Unternehmen ruinieren. Es ist nicht die Schuld der Unternehmer, wenn nicht klar ist, was wie geregelt ist. Kein Unternehmer liest beruflich den Bundesanzeiger. Sein Haupt-Job ist, sich um das Funktionieren seines Unternehmens zu kümmern. Und der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass das Führen eines Unternehmens nicht unnötig erschwert wird. Leider wird der Gesetzgeber diesem Anspruch immer weniger gerecht.“

Praxis-Tipp: Wenn Sie mit Beitrags-Nachforderungen konfrontiert sind, sollten Sie sich unverzüglich Rechtsrat einholen. Ihr Berufsverband nennt Ihnen spezialisierte Anwälte. Die Praxis zeigt: Die SokaBau setzt sich in sehr vielen Fällen nicht mit ihren Forderungen durch.

Der Link zur Sendung des MDR im Internet:
http://www.mdr.de/fakt/7539585.html

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